Bremen. Gruß aus der Vergangenheit?

Im April oder Mai 2020 (zur Erinnerung: das war zum Ende des ersten Corona-Lockdowns und die ganze Situation war noch ziemlich neu…) bekam ich Besuch von einer Freundin. Nach dem Mittagessen spazierten wir mit ihr und ihren Hunden durch die Rembertistraße in Bremen, wo gerade gebaut wurde. Am Straßenrand türmten sich kleine Hügel ausgehobener Erde und Sand. Ziemlich zielsicher griff mein Mann, der Künstler ist und immer seltsame Sachen aufsammelt, nach einem Knochen, der aus einem der Sandhügel herausschaute.

Die Hunde zeigten kein Interesse und wir rätselten und witzelten, was es mit dem Knochen auf sich hatte. War es ein menschlicher oder ein tierischer Knochen?

Da der Knochen auf mich ziemlich alt, wenn nicht gar versteinert wirkte, schrieb ich kurzerhand an die Landesarchäologie Bremen. Ich bekam eine sehr freundliche Antwort mit interessanten Informationen. Hier ein Auszug:

„Wir haben (…) vor zwei Jahren bei Bauarbeiten dort gegraben und dabei auch menschliche Knochen gefunden. Den dazu erschienenen Artikel in der Zeitscrift Archäologie in Deutschland, Heft 2, 2019″ hänge ich Ihnen als pdf-Datei an. Wenn wir wieder Gäste in der Landesarchäologie empfangen können, würden wir uns über einen Besuch von Ihnen mit dem Knochen sehr freuen.“

Dem Beitrag in „Archäologie in Deutschland“ ist zu entnehmen, dass der heute existierende St.-Remberti-Stift im 14. Jahrhundert zunächst ein Lepra-Hospital war. In den letzten Jahren wurden bei Bauarbeiten immer wieder ehemalige Gräber gefunden.

Wegen Corona habe ich bis heute, Ende Februar 2021 (!), noch keinen Versuch gemacht, die Landesarchäologie zu besuchen, habe aber durchaus Hoffnung, dass es dieses Jahr klappen wird. Interessieren würde mich auch, was im Normalfall mit solchen alten menschlichen Überresten geschieht.

Korrektur: https://www.friedhofswelten.de/der-knochen-vom-kalb-nicht-aus-dem-lepra-krankenhaus/

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