Köln. Friedhof Melaten

Pfarrer der Kölner Altstadt

Am Wochenende hatte ich Gelegenheit, den Melatenfriedhof in Köln zu besuchen. Obwohl es ein alter Friedhof mit einer mehr als 200-jährigen Geschichte ist, entdeckte ich einige sehr ansprechende Grabstellen neueren Datums, darunter eine mit einer chinesischen Szene. Hier meine vier Favoriten, zwei davon zum Thema „Internationales“, ein Tier und eine Inschrift.

Italien

Nach Köln aus Neapel, vom Fuße des Vesuvs

Chang’E, die chinesische Mondgöttin

Dieses Relief zeigt Chang’E (嫦娥), eine chinesische Göttin oder Unsterbliche, die zusammen mit einem Hasen auf dem Mond lebt. Nach ihr sind auch die Raumfahrtmissionen der Volksrepublik China zum Mond benannt. Warum das Motiv für dieses Grab gewählt wurde, weiß ich nicht. Das Holzkreuz im Vordergrund trägt nur einen Männernamen und keine Lebensdaten.

Ein wunderschöner Wal

Wie auf beinah jedem Friedhof sieht man auch auf Melaten viel steinerne Flora und Fauna. Auf meinem vielleicht eineinhalbstündigen Erkundungsgang endeckte ich Schafe, eine Schlange, einen Steinbock, Löwen… Aber am Schönsten war diese Walskulptur. Mehr zur Symbolik von Fauna und Flora in diesem Blogbeitrag vom 8. Juni 2013: Schmetterling und Mohn – Tier- und Pflanzensymbolik auf den Grabmalen des Melatenfriedhofs in Köln.

Grabmal in Form eines Wales auf dem Kölner Melatenfriedhof

Unsere Mama… Wie immer.

Zum Abschluss noch eine Inschrift, die mich zum Lächeln brachte – ganz im Sinne des Fotografen und Grabmaldesigners André Chabot, der in einem ARTE-Beitrag zum Père Lachaise sagt: „Auf einem Friedhof findet man immer etwas, selbst auf einem kleinen Friedhof auf dem Land. Selbst wenn es dort keine Skulpturen gibt, findet man bestimmt eine besondere, interessante oder amüsante Grabinschrift.“

Der Vollständigkeit halber:
Der Friedhof Melaten entstand während der französischen Besetzung Kölns (1794-1815), nachdem Napoleon 1804 ein „Dekret über die Begräbnisse“ erließ, das Bestattungen innerhalb der Stadtmauern verbot. Der Friedhof wurde von Ferdinand Franz Walraff entworfen, der sich dabei am zur selben Zeit enstehenden Pariser Père Lachaise orientierte. Das erste Begräbnis fand 1810 statt. Seinen Namen hat der Friedhof von einem Spital für Lepra-Kranke, welches an dieser Stelle bereits im 12. Jahrhundert bestand: französisch malade = krank.

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